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Die (Ab-) Zockerei geht weiter

Einstein sagte schon: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Leider scheint das auch und im Besonderen für so manchen Broker an der Börse zu gelten. Denn dort geht nach der noch lange nicht überstandenen Finanzkrise 2008 die Zockerei munter weiter. Und das mit Steuergeldern, die eigentlich zur Kreditfinanzierung von Unternehmen dienen sollten.

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Wo ist der Aufschrei der Medien?

Es ist 10 Uhr. Wie jeden Morgen gehe ich die Online-Seiten der großen Medien durch. Eigentlich erwarte ich jetzt ein Aufschrei der Entrüstung über das Gaunerstück der Nokia-Manager aus Finnland. Wieder einmal wollen einige skrupellose Manager dem Ungeist des Shareholder Value frönen und einen gut gehenden Betrieb zu Gunsten einer fragwürdigen und menschenverachtenden Gewinnmaximierung schließen.

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Es reicht oder warum mir Karl Marx einfällt!

Es gibt Tage, an denen halte ich es mit Max Liebermann. Der sagte einmal, dass er gar nicht so viel essen kann, wie er am liebsten kotzen möchte. Solch ein Tag war der letzte Samstag. Da berichtete der Kölner Stadt Anzeiger über den Fall einer Schülerin, die im Internet-Portal SchülerVZ einer Mobbing-Kampagne ausgesetzt ist. Ich will mich hier nicht über pubertierende Schülerinnen auslassen, denen gar nicht ihr Handeln und die Folgen ihres Tun bewusst sind.

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Gebt den Krämern Saures und den Kindern Süßes - am Martinsabend!

Heiliger MartinNein, ich will hier nicht über den angeblichen Werteverfall klagen. Der wird schon bis zum Erbrechen von ewig Gestrigen geführt. Dieses Lamento ist ebenso reaktionär wie falsch. Denn jede Generation und Gesellschaft schafft sich ihre Werte immer wieder aufs Neue. Das zeigt die Geschichte. Somit gilt das auch für tradiertes Brauchtum. …

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Eine polemische Frage zur Konstantinausstellung in Trier

Plakat zur Konstantin-Ausstellung in TrierMehr als 280.000 Menschen sollen ihn und seinen Anhang schon bewundert haben: den großen Kopf des “großen” Konstantin und die ihm zu Ehren abgehaltene Ausstellung in Trier. Mag sein, dass ich zynisch klinge. Doch die Trierer Ausstellungsmacher müssen sich schon die Frage gefallen lassen, warum sie dermaßen überhöht die Person des Kaisers in den Mittelpunkt der Ausstellung rückten. Natürlich kann ich verstehen, dass die Trierer “ihren” Konstantin verehren. War er es doch, der ihre Stadt zum Nabel des Imperiums machte. Wenigstens für ein paar Jahre. Und ob dieser Kaiser wirklich den Titel “groß” verdient hat, darüber will ich mich hier nicht auslassen. Dies alles kann in jedem besseren Geschichtsbuch nachgeschlagen werden.

Warum aber, um aller Gottheiten willen, zeigt die Ausstellung so wenig zur Alltags- und Sozialgeschichte Triers zur Zeit ihres großen Gönners? Ja, am Ende der Ausstellung können die Besucher das große Stadtmodell Triers zur Zeit Konstantins bewundern und einige Räume vorher den Totenkult der Römer kennen lernen. Doch dann wird er präsentiert, der mit Lasertechnik kopierte überdimensionale Kopf des Herrschers, wie ihn jeder Rombesucher von den Kapitolinischen Museen her kennt.

Da frage ich mich doch, gaben das Wissen und manche Artefakte Triers so wenig her, dass man die Kopie einer ästhetischen Scheußlichkeit unbedingt in den Mittelpunkt einer Ausstellung über die Antike stellen musste? Das frage ich mich als Historiker, dem vor dreizig Jahren in den Kolloquien die Thesen der Schule der Annales auf Schritt und Tritt begegneten. Und das fragte ich mich als Besucher einer Ausstellung, der manch Neues über die römische Vergangenheit einer Stadt erfahren wollte. Und zuletzt frage ich mich, ob diese Ausstellung nicht schon wieder einem Geschichtsverständnis das Wort redet, das ich eigentlich als überholt hielt. Wie gesagt, ich frage nur.Antike Trier Bernd Kockerols

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Wirklichkeit und Wahrheit in der Fotografie: vom Blaubeerschmaus und der Rampe

Fotografien, so sagt man, zeigen die Wirklichkeit. Aber bilden sie auch die Wahrheit ab? Fotografien sind immer Ausschnitte. Zeitlich zeigen sie nur den Augenblick, in dem der Fotograf den Auslöser betätigt. Und die dargestellte Szene entspricht eh nur dem, was der Fotograf auf dem Bild ablichten will. Fotografie ist also ein höchst subjektives Medium. Aufs Neue wird diese banale Tatsache durch Bilder bestätigt, die erst jetzt, mehr als sechzig Jahre nach ihrer Entstehung, veröffentlicht wurden.

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