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Wissen Sie, welche römische Ziffer für vier auf Ihrer Uhr steht?

Ich behaupte mal, dass Sie mir nicht die richtige Antwort geben können, wie die römische Ziffer für vier auf ihrer Uhr aussieht!
IV sagen Sie? Höchstwahrscheinlich falsch!
Es ist nämlich meistens IIII. Und das hat - wie so oft - seinen Ursprung in der Geschichte, genauer in der Antike.

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Sich verhaspeln

Kennen Sie diese oder eine ähnliche Situation auch z.B. aus Ihrer Schulzeit?

Sie stehen an der Tafel, sollen eine Aufgabe lösen und irgendwie verstricken Sie sich immer mehr in der Problemstellung. Und bei der Präsentation des Ergebnisses nach einer gefühlten Ewigkeit des Gehirnmarterns bekommen Sie als Kommentar vom Lehrer: “da hast du dich aber odentlich verhaspelt”. Das war also wohl nichts.

Und schon erscheint ein weiteres, imaginäres Fragezeichen vor Ihrem inneren Auge: woher kommt eigentlich diese Redewendung?

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Alles in Butter

Es wäre schön, wenn man das häufig sagen könnte.
Aber wie kam es eigentlich zu dieser Redensart?

Sie hat ihren Ursprung im Mittelalter. Damals gab es noch keine Schaumstoffverpackungen oder Styroporformen, die zerbrechliche Ware vor Beschädigung schützte. Auch der Transportweg selbst führte oft durch unwegsames Gelände. Deshalb wurden z.B. Glaswaren, die aus Venezien über die Alpen nach Nordeuropa transportiert wurden, in Butterfett verpackt. Dazu legte man zunächst die zu sichernden Gegenstände in Holzkisten. Diese wurden dann mit dem warmen, flüssigen Fett ausgegossen. Das so zweckentfremdete Nahrungsmittel kühlte nach einer Weile ab, wurde wieder fest und schützte so das zerbrechliche Transportgut.

Wie anstrengend, gefährlich und verlustreich eine Reise über die Alpen sein konnte, können Sie auch in unserer Serie Heilige Feuer nachlesen.Stephan Gärtner Redensart Redewendung Sprichwort

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Was Karneval mit Ostern zu tun hat

Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, warum Karneval einmal Ende Januar und ein anderes Mal erst Anfang März gefeiert wird. Ähnlich verhält es sich z.B. auch mit Pfingsten (Mai/Juni) und anderen sogenannten beweglichen Feiertagen. Nun, im Endeffekt hängt alles mit Ostern zusammen. Das ist das zentrale und höchste Fest des Christentums, von dessen Termin alle anderen beweglichen Feiertage berechnet werden.

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Ein X für ein U vormachen

Seien Sie froh, dass wir unsere Rechnung heute mit arabischen Ziffern bekommen. Somit kann uns dabei keiner so schnell ein X für ein U vormachen. Damals aber, als noch mit römischen Zahlen gerechnet wurde, war dies anders. Auch früher schon ließ man seine Zeche anschreiben. Der Wirt tat dies üblicherweise mit Kreide. Es konnte dabei leicht passieren, dass aus dem V, das Zahlzeichen für 5, leicht ein X, das Zahlzeichen für 10, wurde. Der Wirt hatte dem Kunden praktisch das doppelte berechnet, ihn also über den Tisch gezogen. Aus der Zeit des Anschreibens mit Kreide stammt übrigens auch der Ausdruck in der Kreide stehen.Sprichwort Redensart Stephan Gärtner

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Etwas ausfressen

Ich denke, dass so mach ein geneigter Leser damals gerne zu denjenigen gehört hätte, die etwas ausfraßen. Denn im Mittelalter wurden Schuldnern, die ihre Steuern nicht zahlen wollten oder konnten, als Strafe sogenannte Fresser ins Haus geschickt. Diese bedienten sich solange an den Vorräten des Schuldners, bis dieser zahlte oder die Vorräte aufgegessen waren, was meistens den Ruin bedeutete. In diesem Fall fraßen sie alles aus.
Heutzutage hat diese Redewendung eher eine negative Bedeutung.Sprichwort Redensart Stephan Gärtner

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Etwas im Schilde führen

Schon im frühen Mittelalter fand im wahrsten Sinne des Wortes ein Wettrüsten statt. Die Waffen wurden immer moderner. Also mussten die Rüstungen entsprechend verbessert und erweitert werden. Dies führte dazu, dass man irgendwann nicht mehr erkennen konnte, wer hinter dem Helmvisier und den schweren Blechplatten steckte. Aus diesem Grund wurde auf den Schild das Wappen des betreffenden Ritters gemalt. Je nachdem was der Gegenüber also im Schilde führte, konnte man erkennen, ob man Freund oder Feind vor sich hatte.Sprichwort Redensart Stephan Gärtner

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Es zieht wie Hechtsuppe

Vielleicht haben Sie gerade gedacht: “Ich weiß, das kommt aus dem Jiddischen von hech supha”.
Zugegeben, das ist die bekannteste Erklärungsvariante über die Herkunft dieser Redensart. Doch für viele Sprachforscher ist diese falsch.
Richtig ist zwar, dass “hech” mit “wie” und “supha” mit “Sturmwind” übersetzt wird. Falsch ist aber die inhaltliche Bedeutung. Denn “hech” hat nicht die vergleichende Bedeutung des deutschen Wortes “wie”, sondern die eines Fragewortes. So wird aus “hech supha” nicht “wie ein Sturmwind” sondern “Wie? Sturmwind!”.

Ein weiteres Argument, das gegen die landläufige Herkunftserklärung spricht, ist die Tatsache, dass “hech supha” in keiner einzigen jiddischen Niederschrift jemals erwähnt wurde. Eine Floskel, die es nicht gibt, kann daher auch nicht falsch verstanden und lautmalerisch in eine andere Sprache übernommen werden.

Wahrscheinlich stammt die Redensart doch von der Fischsuppe, die in Preußen relativ scharf gewürzt war. Das Brennen im Mund wurde häufig als ziehen beschrieben. Auch zu Schmerzen in der Brust sagte man oft: “Dat tit wie Hechtsupp”.

Ganz klären lässt sich die genaue Herkunft wohl nicht. Man kann nur sagen, welche die wahrscheinlichste ist.
Trotz allem: wir wissen ja, was gemeint ist. Oder was meinen Sie?Sprichwort Redensart Stephan Gärtner

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Iss deinen Teller leer, dann gibt es morgen gutes Wetter

Wenn Sie diese Redewendung zu sehr beherzigen, werden Sie weniger die Anzahl der Sonnenstunden als vielmehr die Ihrer überflüssigen Pfunde beeinflussen. Denn dies ist ein typisches Beispiel für einen klassischen Übersetzungsfehler.

Das Problem, das wir heute nur zu gut von diversen Bedienungsanleitungen für unseren DVD-Player oder Flachbildfernseher kennen, gab es auch schon vor einigen hundert Jahren.

Das Sprichwort stammt aus dem Plattdeutschen und lautet in seiner ursprünglichen Form etwa so:
“Et dien Töller leddig, dann givt dat morgen goods wedder”.
Dies wurde etwas frei folgendermaßen übersetzt:
“Iss deinen Teller leer, dann gibt es morgen gutes Wetter”.
Doch “wedder” hat nicht nur die Bedeutung “Wetter” sondern auch “wieder”. Und somit heißt der Satz richtig übersetzt eigentlich so:
“Iss deinen Teller leer, dann gibt es morgen gutes wieder” (zu essen).

Also, wenn Sie demnächst wieder mal vor Ihrem Essen kapitulieren müssen, ist das kein Problem. Verlassen Sie sich ganz einfach auf die Vorhersagen von Kachelmann, Wesp, Horneffer und Co.Sprichwort Redewendung Redensart Stephan Gärtner

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Kirche verbietet Gabeln

Keine Angst, Sie begehen heutzutage keine Sünde mehr, wenn Sie gesittet mit Ihrem Essbesteck hantieren. Aber im 11. Jahrhundert, als die Gabel in Italien in Adelskreisen ihren Einzug hielt, hätte diese Schlagzeile in der Zeitung stehen können.

Tatsächlich verbot die Kirche den Gebrauch dieses Teufelswerkzeuges. Denn “gottgegebene Nahrung darf nur mit den von Gott geschaffenen Fingern berührt werden”, so die klerikale Begründung.

Nun ja, seitdem ist viel Wasser den Rhein Richtung Nordsee geflossen und die Nutzung des drei- oder vierzinkingen Essutensils gehört seit dem 16. Jahrhundert zum ‘guten Ton’. Aber hin und wieder verzichten wir doch gerne auf eine Gabel, wenn wir genüsslich in einen Hähnchenschenkel oder einen Burger beißen.

In diesem Sinne:
guten Appetit!Stephan Gärtner

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