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Sich verhaspeln

Kennen Sie diese oder eine ähnliche Situation auch z.B. aus Ihrer Schulzeit?

Sie stehen an der Tafel, sollen eine Aufgabe lösen und irgendwie verstricken Sie sich immer mehr in der Problemstellung. Und bei der Präsentation des Ergebnisses nach einer gefühlten Ewigkeit des Gehirnmarterns bekommen Sie als Kommentar vom Lehrer: “da hast du dich aber odentlich verhaspelt”. Das war also wohl nichts.

Und schon erscheint ein weiteres, imaginäres Fragezeichen vor Ihrem inneren Auge: woher kommt eigentlich diese Redewendung?

Nun, da müssen wir mal wieder einige Jahrzehnte in die Vergangenheit reisen. Klar, denn schließlich sind Sie hier auf der Geschichtspassage.

Damals wurde noch in Handarbeit Wolle, Flachs oder Hanf zu Garn versponnen. Dieses Garn wurde dann auf einer Haspel aufgewickelt, um es später zu verkaufen. Manche Haspeln gaben dabei ein lautes Klacken von sich, wenn eine Fadenlänge (damals eine Maßeinheit) erreicht wurde. Überhörte man dieses Signal, verkaufte man später zuviel Garn für den gleichen Faden-Preis. Sehr ärgerlich.

Es konnte aber auch passieren, dass das Garn beim Aufwickeln von der Haspel abrutschte und sich ganz schnell um das Arbeitsgerät wickelte . Diesen Fitz wieder zu entwirren, war -wenn überhaupt möglich- eine zeitraubende Arbeit. Man hatte sich ordentlich verhaspelt.
Stephan Gärtner Redensarten Redewendungen Sprichworte

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